30 Jahre Rot-Weiß Gauangelloch - ein berechtigter Anlass zum Feiern, aber auch um zurückzublicken, wie alles begann.

Als in den siebziger Jahren die Tennisbegeisterung in Deutschland zunahm und der weiße Sport nicht mehr ausschließlich den Reichen vorbehalten war, kam man auch in Gauangelloch auf die Idee, eine Tennisabteilung zu gründen.

Am 26. November 1976 kam es, nachdem schon einige vorbereitende Sitzungen stattgefunden hatten, zur Gründung einer Tennisabteillung innerhalb des TSV. Als Abteilungsleiter wurde H.C. Pauli gewählt. Ihm zur Seite standen als Stellvertreter D. Stendel, als Schriftführerin Ch. Glassen, als  Kassier J. Schwemmler, als Sportwart J. Maier und als Beisitzer H. Glassen und Th. Walcher.

Bei dieser Gründungsversammlung wurde folgender Beschluss gefasst:

 

"Der TSV und seine Tennisabteilung bitten die Gemeindebehörde ernsthaft bis zum Frühjahr 1977 geeignetes Gelände für Tennisplätze zur Verfügung zu stellen."

 

In der Folgezeit wurden Anträge an den Badischen Sportbund gestellt, viele Gespräche geführt und Pläne gezeichnet. Genützt hat alles nichts; das Vorhaben konnte nicht realisiert werden, da letztendlich kein Gelände zur Verfügung gestellt werden konnte.

 

Erst im Jahr 1983 war es soweit: Der Tennisverein Rot-Weiß wurde von folgenden Damen und Herren gegründet:

 

Christel Glassen

Ewald Spitz

Bernd Geiger

Walter Gegenheimer

Marlies Oesterle

Klaus Oesterle

Christian Abbühl

Helmut Haas

Jürgen Maier

Dieter Stendel

Siegfried Schwall

Roland Schrumpf

       

Ein vorläufiger Vorstand wurde einstimmig gewählt:

1. Vorsitzender:                  Klaus Oesterle

stellv. Vorsitzender:            Jürgen Maier

Schriftführerin:                   Christel Glassen

Schatzmeister:                   Walter Gegenheimer

Sport- und Jugendwart:       Ewald Spitz

Pressewart:                       Dieter Stendel

 

Noch im gleichen Jahr traten 58 Mitglieder in den Verein ein - damals noch mit Aufnahmegebühren. Sofort begannen die Verhandlungen mit der Stadt wegen des Geländes und mit verschiedenen Firmen bezüglich der Erstellung der Plätze. Am Ende des Jahres wurde die jetzige Fläche von einem Trupp der amerikanischen Streitkräfte in Heidelberg planiert, sodass sofort nach der Genehmigung des Bauantrages mit dem Bau von vier Tennisplätzen begonnen werden konnte.

Bereits am 31. Mai 1984 wurden die Tennisplätze mit dem Spiel zwischen Bürgermeister Herbert Ehrbar und unserem Vorstand Claus Oesterle offfiziell eröffnet werden. Viele erwartungsvolle Mitglieder strömten zu den Plätzen, denn lange genug hatte man auf die Gelegenheit zum Tennisspielen warten müssen. Am Ende des Jahres war die Mitgliederzahl auf 192 gestiegen. Dieser positive Trend sollte so noch einige Jahre weitergehen.

Da der Verein bereits für das nächste Jahr eine Damen- und eine Herrenmannschaft für die Medenrunde gemeldet hatte, war es dringend notwendig für eine Umkleide und für Duschmöglichkeiten zu sorgen. Im April 1985 wurde ein provisorisches "Clubhaus", das uns von der Stadt zur Verfügung gestellt worden war, auf unserem Gelände aufgestellt. Dass wir  mit diesem Provisorium fast 10 Jahre lang auskommen mussten, hat zu diesem Zeitpunkt noch niemand geahnt. Allerdings muss man sagen, dass wir in unserer Clubhütte - ein Haus war es nun wirklich nicht - viele schöne, unterhaltsame und vor allem auch feuchtfröhliche Stunden zusammen verbracht haben. Nicht wenige waren der Meinung, dass in einem neuen Clubhaus diese tolle Stimmung nicht mehr aufkommen werde. Man sollte sich täuschen, aber dazu später.

Am 7. Juli 1985 konnten wir zwei weitere Tennisplätze einweihen. Dies war auch notwendig, da die Mitgliederzahlen ständig nach oben gingen. Manchmal spielten sich dramatische Szenen vor dem Belegungsplan ab. Wer war der Schnellste und konnte noch hastig einen freien Platz ergattern? Es kam nicht selten vor, dass man mindestens eine Stunde warten musste

Dass der Tennisverein und seine Mitglieder auch ordentlich feiern können, zeigten wir 1985 bei der Kerwe. Initiiert und tatkräftig unterstützt von Sigi Schwall hatte der TCG zum ersten Mal einen "Stand" in der alten Scheune in der Hauptstraße. Dort war drei Tage lang mächtig was los - und das sollte auch in den nächsten Jahren so bleiben, auch wenn sich der Standort mehrfach änderte.

1986 im Januar fand unser erster Winterball in Sandhausen statt. Wir hatten keine Kosten und Mühen gescheut und einen absoluten Knaller eingeplant: Joy Fleming, damals in unserer Gegend sehr bekannt und populär, trat als Stargast auf. Die Stimmung im Saal war grandios.

Auch sportlich ging es bergauf. Unsere Damen- und Herrenmannschaften eilten von Sieg zu Sieg und konnten mehrere Aufstiege feiern. Damit noch mehr sportlich aktive Tennisspieler zum Einsatz kommen konnten, wurde 1987 eine 2. Damen- und Herrenmannschaft gegründet. Der Winterball fand in diesem Jahr in Wiesloch mit der Chains-Family statt.

Damit auch die Beziehungen zu unseren Vereinen in der unmittelbaren Umgebung gepflegt werden, führten wir mit dem Tennisclub St. Ilgen eine Freundschaftsbegegnung durch. Diese Veranstaltung sollte nicht die letzte sein, sodass es mit den Jahren zu einem regen Austausch zwischenden  beiden Tennisvereinen kam. Immer wieder traf man sich, mal in St. Ilgen, mal in Gauangelloch. Letztendlich waren diese Begegnungen auch der Grundstein für die später daraus resultierenden Stadtmeisterschaften (1996 - 1998), an denen dann auch noch die Tennisfreunde von Blau-Weiß Leimen teilnahmen.

1988 dachte der Vorstand erstmalig ernsthaft über den Bau eines Clubhauses nach. Pläne und Kostenvoranschläge wurden erstellt, realisiert werden konnte das Vorhaben damals noch nicht. Im gleichen Jahr kam es zu einer Umstruktierung im Vorstand: Helmut Haas übernahm als 1. Vorsitzender die Führung.

Im gleichen Jahr erlebten wir eine böse Überraschung auf unserer Anlage. Ein Unwetter fegte über Gauanglloch hinweg und sorgte dafür, dass drei Plätze mit Lehm überzogen wurden. Da dies unmittelbar vor der Medenrunde passierte, war schneller und tatkräftiger Einsatz gefordert.

1989 bzw. 1990 konnten erstmalig Jugend- und Juniorenmannschaften gemeldet werden. Nicht nur auf sportlichem Gebiet tat man einiges für die Jüngsten im Verein, sondern auch sonst ließ man sich einiges einfallen: Nikolausfeiern, Nacht- und Schneewanderungen und Bratapfelessen, um nur ein paar Aktivitäten zu nennen.

1990 wurde im hinteren Bereich unserer Platzanlage eine Ballwand erstellt, die jedoch nicht das Interesse fand, das man sich erhofft hatte. Leider musste der Verein auch einen weiteren Unwetterschaden verkraften. Heftige Sturmböen hatten die Zaunanlage ruiniert und ein größeres Loch in der Haushaltskasse hinterlassen. Aber auch davon ließen sich Vorstand und Mitglieder nicht unterkriegen.

Die Herbst- bzw. Winterbälle wurden in der Zwischenzeit durch ein Sommernachtsfest auf der TCG-Anlage ergänzt. Mit der Zeit erfreute sich die letztgenannte Veranstaltung so großer Beliebtheit, dass man auf die Herbstbälle ganz verzichtete.

1991 meldeten wir eine Jungseniorenmannschaft - diese Bezeichnung gibt es heute gar nicht mehr.

1992 wurde in einer Satzungsänderung eine neue Vorstandskonzeption beschlossen.

Nachdem das Thema Clubhausbau mehrere Jahre auf Eis gelegen war, wurde 1993 ein neuer Versuch gestartet. In Anwesenheit von 154 Mitgliedern und weiteren Gästen erfolgte der Spatenstich für das neue Clubheim. Allerdings gab es zu diesem Zeitpunkt noch kein konkretes Angebot einer Baufirma, die das geplante Ziel in die Tat umsetzen wollte. Die Baugenehmigung von Seiten der Stadt dagegen lag  bereits vor. In Verbindung mit dem offiziellen Spatenstich feierte man gleichzeitig das Jubiläum des Vereins, dessen Gründung auf den Tag genau vor 10 Jahren stattgefunden hatte. Bruno Sauerzapf überbrachte die Glückwünsche des Oberbürgermeisters und bescheinigte unserem Verein eine vorbildliche Arbeit und wies darauf hin, dass im TCG noch kein nachlassendes Engagement zu beobachten sei.        

1994 wurde Gisela Spitz zur 1. Vorsitzenden gewählt und es kam endlich zu einem Abschluss mit einer Baufirma. Am 15.9.1994 begannen wir mit dem Bau des Clubhauses begonnen. Fast alles - abgesehen von einem Wasserrohrschaden - lief planmäßig, sodass am 7. Juli 1995 das Clubhaus feierlich eingeweiht werden konnte. Der erste Bürgermeister Bruno Sauerzapf, Herr Wörner als Vertreter des Tennisbezirks Rhein - Neckar - Odenwald als auch die Vereins-vertreter aus Gauangelloch überbrachten ihre Glückwünsche zu dem gelungenen Bau.

Das Clubhaus stand nun endlich und bot mit seinen Räumlichkeiten neue Möglichkeiten für gesellige Veranstaltungen. Spargelfest und Martinsgansessen wurden zum festen Bestandteil des Jahresplanes und viele spontane Feiern wurden realisiert.

Im Jahr 1995 erreichte unser Verein mit 365 Mitgliedern seinen höchsten Stand. Von diesen Zahlen können wir heute nur noch träumen. Der allgemeine Rückgang des Interesses am Tennis verschonte auch unseren Verein in den kommenden Jahren nicht. Der Vorstand war nun gefordert und musste sich etwas einfallen lassen. 1997 führte man zum ersten Mal den Schnuppertag, später Tag der offenen Tür ein, der sich auch prompt als probates Mittel für die Mitgliedergewinnung erwies. Auch sonst versuchte der Vorstand immer wieder neue Wege zu gehen, sowohl im sportlichen als auch im gesellschaftlichen Bereich. Ich denke dabei an zusätzliche Aktivitäten wie den Bayerischen Tag oder das Fitness-Training über Winter. Es lag dem Vorstand auch besonders am Herzen, die nichtmannschaftsspielenden Mitglieder stärker in das Clubleben einzubeziehen. Die Angebote wie Stammtisch oder regelmäßige Spieltreffs wurden leider nicht so angenommen, wie sich das die Vorsstandschaft erwünscht hatte. Erst mit dem Breitentraining für Erwachsene hatte man offensichtlich den Nagel auf den Kopf getroffen. Eine Reihe von Nichtmannschaftsspieler und -spielerinnen nutzen hierbei die Möglichkeit, ihre Grundschläge zu verbessern und neue Spielpartner kennenzulernen.

Die nächsten Jahre verliefen ruhig: Es wurde eine Damen 40-Mannschaft gebildet, ebenso ein Herren 40- und eine Herren 50-Mannschaft, später sogar eine 2. Herren 50.

Aktuell nehmen sechs Mannschaften an der Verbandsrunde teil:

Herren

Herren 60 -1          

Herren 60 -2

Damen 50 

1998 kam es zu einer engeren Zusammenarbeit mit den umliegenden Tennisvereinen, was in einem gemeinsamen Ball mündete. Die Tennis - Kurpfalz - Gala in der Zementwerkhalle in Leimen wurde von den Tennisvereinen aus Sandhausen, St. Ilgen, Leimen und uns veranstaltet. Die Verantwortlichen hatten sich zwar einen größeren Zuspruch erhofft, aber trotzdem war es ein gelungenes Fest, leider auch ein einmaliges.

Im Jahre 1999 wäre unser Verein wieder Ausrichter für die Stadtmeisterschaften im Tennis gewesen. Diese kamen jedoch mangels Teilnehmer nicht zustande.

Das Jahr 2001 war leider überschschattet von dem nunmehr dritten Sturmschaden unserer Vereinsgeschichte.

Der Höhepunkt im Jahr 2003 war zweifelsohne das Sommerfest anlässlich des 20-jährigen Bestehens unseres Clubs. Die Erwartungen bezüglich der Resonanz auf unsere Einladungen wurden bei weitem übertroffen. Mehr als 100 Mitglieder  und Freunde feierten bei herrlichem Sommerwetter ein rundum gelungenes Fest.

Für einen modern geführten Verein ist es mittlerweile eine Selbstverständlichkeit, im Internet präsent zu sein. Unsere Homepage, die ständig überarbeitet und aktualisiert wird, erfreut sich großer Beliebtheit und ist immer auf dem neuesten Stand. Seit einigen Jahren kümmert sich Kai Behrens um dieses wichtige Aushängeschild unseres Vereins. Vielen Dank für diese tolle Arbeit!

Viele Mitglieder werden sich gerne an das Jahr 2006 mit der Fußball - WM in Deutschland erinnern. Bei allen Spielen der deutschen Mannschaft war in unserem Clubhaus die Hölle los. In Deutschland-Trikots, mit der Deutschlandfahne in der Hand oder wo sie sonst noch Platz fand, traf man sich in unserem Clubraum und dank der großzügigen Fernsehspende von E. Staudt war man sprichtwörtlich mittendrin statt nur dabei.

Das neuerbaute Clubhaus - natürlich sind wir froh, dass wir es endlich haben -  muss leider auch bezahlt werden. Die dafür aufzubringenden Gelder belasten den Vereinshaushalt jedes Jahr in hohem Maße. Ohne die zahlreichen Spenden einiger Mitglieder wäre so manche Anschaffung der letzten Zeit nicht möglich gewesen. Der Vorstand möchte sich ganz herzlich an dieser Stelle für die vielen Geld- und Sachspenden bedanken, aber auch die zahlreichen Mitglieder würdigen, die jedes Jahr bei der Platzaufbereitung helfen, im Clubhaus tätig werden, die Außenalagen verschönern, bei Putzaktionen dabei sind, immer wieder in der Küche tätig werden, bei der Kerwe helfen und sich sonst auf irgendeine Weise nützlich machen. Ohne diese Unterstützung kann ein Verein auf Dauer nicht erfolgreich leben. Im gleichen Maße ist es notwendig für ein gut funktionierendes Vereinsleben, dass immer wieder junge Leute aktiv in die Vorstandsarbeit mit einbezogen werden. Wir können mit Stolz sagen, dass uns das im TCG hervorragend gelungen ist. Neben den "alten" Vorstandsmitgliedern haben wir genau soviele Junge, die sich mit viel Engagement in die Vorstandsarbeit einbringen.

Aus diesem Grund ist es uns auch nicht bange, dass es in unserem Verein weiter aufwärts geht. Es muss und es wird uns auch gelingen, die Sportinteressierten - hier vor allem die Kinder und Jugendliche - in unserem Ort wieder stärker für den Tennissport zu begeistern. Ideen gibt es viele und einige davon werden wir schon in diesem Jahr umsetzen können. Tennis ist ein interessanter Sport, so vielfältig und abwechslungsreich, dass es einem nie langweilig wird. Man braucht zwar einige Zeit, bis man die Technik einigermaßen beherrscht - Durchhaltevermögen ist  gefragt - aber es lohnt sich auf jeden Fall. Und das Schöne an unserem Sport ist, dass man ihn bis ins hohe Alter praktizieren kann. Deshalb lohnt es sich  auch noch, damit zu beginnen, wenn man nicht mehr zu den Jüngsten zählt.

Die Vorstandschaft hofft, dass das Jubiläum ein geeigneter Anlass ist, unseren Verein noch stärker in das Interesse der Gauangellocher zu rücken.